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Rügen begrüßt seine Gäste zu jeder Zeit mit einem Rausch der Sinne. Es gibt fast keine Farben, welche nicht vertreten sind. Im seichten Licht des Sonnenaufganges, dem hellen Licht der Mittagszeit oder in der Röte der am Abend untergehenden Sonne scheint es, als ändert die Insel innerhalb von Minuten stetig ihr Gesicht.
Der Rote Klatschmohn kündigt Ende Mai den Übergang vom Frühling zum Sommer an. Durch die Stilllegung von Ackerflächen breitet sich dieses Mohngewächs wie ein roter Teppich über die Insel aus. Von den Bauer mit Argwohn betrachtet, dient er doch als tausendfaches Fotomotiv im Wandel der Jahreszeiten. Sein weit hin leuchtender Anblick hinterlässt eine berauschende Wirkung, auch wenn er, anders als der Schlafmohn, keine Opiate enthält. Dieses wilde Ackerunkraut ist schon seit der Steinzeit bekannt, die Herkunft der 30-80cm groß werdenden Pflanze unsicher und der Milchsaft enthält ein schwach giftiges Alkaloid.




